2 | Buddhas Nicht-Selbst Strategie

Ich möchte glücklich sein. Doch oft verwirrt mich der ganze Stress des Alltags. Kann ich diesen Stress, dieses Leid, beenden?

Schaue ich auf Buddhas Lehren, sind sie Strategien, um sich von Stress und Leid zu befreien.

Am Anfang, sagt Buddha, ist es wichtig für mich zu erkennen, welche Strategien diese Aufgabe erfüllen. Dazu bräuchte ich eine passende Sichtweise, auch richtige Ansicht genannt – die erste Strategie.

Welche Handlungen sind geschickt, um in Zukunft nicht mehr leiden zu müssen? Buddhas Lehre zum Nicht-Selbst ist eine Antwort auf diese Frage. 

Ich kann mir ein Selbst oder ein Nicht-Selbst vorstellen. Dieses Vorstellen ist eine Handlung, die bezüglich meines Glücks geschickt oder ungeschickt sein kann. Mehr dazu gleich…

Buddha sagte nicht, dass ich kein Selbst habe, sondern dass das Selbst anders ist, als ich es mir vorstelle. 

Es geht nämlich gar nicht darum, ob ich ein Selbst habe oder ob ich kein Selbst habe, sondern darum, wann die Vorstellung eines Selbst oder eines Nicht-Selbst mir zu Glück verhilft oder nicht. Die Frage, was mein Selbst ist, lies Buddha unbeantwortet!

Denn das Grübeln über diese Frage würde zu den unterschiedlichsten Ansichten führen, in denen sich mein eigener Geist dann verstrickt und mich vom Weg der Stressbefreiung ablenkt. 

Das Mitgefühl des Buddhas ist, dass er möchte, dass ich meinen eigenen Sinn für mein Selbst entwickle, so dass ich geschickt den Weg zum wahren Glück finden kann. Der Sinn von Selbst ist eine Handlung!

Meist dachte ich, dass ich durch einen besonders starken Sinn von Selbst Glück erfahre und ich mir meine Wünsche erfülle. Mit meinem Selbst möchte ich alles kontrollieren und zu mir holen, bzw. weghaben, wenn es mir nicht mehr gefällt. Doch diese Strategie führte mich nicht zu dauerhaften Glück. Ich verstrickte mich eher in unzusammenhängenden Begierden. 

Das äußerte sich dann oft durch verschiedene innere Stimmen über das, was ich gerne hätte und wie ich es am besten erlangen könnte. Es war, als ob ich verschiedene Selbste hatte, die sich durch vergangene, teilweise unschöne Erfahrungen gebildet hatten und miteinander diskutierten, was an welcher Stelle nun angebracht sei.

Ein Beispiel: Ich fühlte mich zu schwer und wollte gerne weniger wiegen. Das Fitness-Selbst ging regelmäßig ins Studio und machte jeden Abend Sit-ups. Auf der anderen Seite mochte ich es, Schokolade zu essen. Das Naschi-Selbst wollte so oft wie möglich zugreifen und sich am besten noch nachts an den Schokoriegeln und Keksen laben. Der Konflikt war vorprogrammiert. 

Buddhas Lehre vom Nicht-Selbst zeigt mir, welche antrainierten Selbste ich nicht mehr benötige, um Glück zu erfahren. Buddha bietet mir eine Strategie, meinen Stress und mein Leid zu beenden, indem ich die Ursache erkenne. Das Nicht-Selbst ist ein geschicktes Mittel dazu. 

Wenn meine Definition von Selbst bezüglich einer Situation meinen Stress beendet, benutze ich diese Definition weiter. Wenn meine Definition von Selbst meinen Stress nicht beendet, definiere ich es neu als Nicht-Selbst (z.B. das Fitness-Selbst) und kann es, ohne daran zu haften, gehen lassen. Der Sinn von Selbst ist eine Handlung! Ob sie geschickt oder ungeschickt ist, zeigt sich am Ergebnis.

Meditation nutze ich, um achtsam meine Selbste und Nicht-Selbste zu betrachten. Irgendwann kommt die Zeit, wenn die Frage, ob ich ein Selbst habe, obsolet wird. Die Erfahrung ist dann Glück und dieses letztendliche Glück braucht keine Strategie mehr.

Das Beispiel mit dem Fitness- und Naschi-Selbst ist jetzt sehr einfach und grob gehalten. Ich möchte damit einen ersten Eindruck vermitteln, wie man Selbst und Nicht-Selbst strategisch einsetzen kann. Subtilere Betrachtungen dazu in den nächsten Beiträgen…

Buddha Shakyamuni  | Theravada

< Die Buddha Strategie vom wahren Glück

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Ich möchte in einer Serie von Beiträgen Buddhas Lehren und Strategien auf einfache Weise beschreiben, um der substanziellen Essenz seiner Worte auf den Grund zu gehen. Ich denke, dass uns in der heutigen Zeit die zeitlose und fließende Weisheit Buddhas nützlich sein kann. Diese Weisheit heißt Dhamma in Pali und Dharma in Sanskrit. Wort-Quelle für diesen Beitrag ist hauptsächlich die Mitschrift eines Retreats von Mönch Thanissaro Bhikkhu 2011 in Frankreich, „Formen von Selbst und Nicht-Selbst“.

Mögen alle Lebewesen frei sein von Angst und Hass, mögen sie wahrlich glücklich sein!

MasterArts Blog Inspiration

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